09.03.2017 Von: Jens Stoewhase mit Pressematerial von VDA & BVDS

VDA und BVDS legen gemeinsames Positionspapier zur neuen Mobilitat vor

Mit dem Positionspapier „Deutschland als Cluster für die Mobilität von morgen“ haben die Lobby-Verbände der deutschen Startups und der Automobilindustrie ihre gemeinsamen Thesen und Forderungen zur Mobilität der Zukunft formuliert. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Bundesverband Deutsche Startups (BVDS) sehen als Hintergrund den tiefgreifenden Wandel der individuellen Mobilität und die neue Mobilitätsvielfalt.


Beide Seiten vertiefen die Zusammenarbeit zwischen jungen Unternehmen und der Industrie. So soll Deutschland auch in Zukunft weltweiter Innovationsführer für Mobilität sein können. Die Politik, so die beiden Verbände, stehe ebenfalls vor der Herausforderung, den Mobilitätswandel mitzugestalten und Innovationen „Made in Germany“ zu ermöglichen.

Ein wichtiger Punkt des Forderungskataloges sind die Datenbestände, die durch die Digitalisierung entstehen bzw. nutzbar werden. Denn mit der Digitalisierung geht die Nutzung von Daten einher, dies solle als Chance begriffen werden, heißt es in der Pressemitteilung. So konnten in Zeiten weiterer Urbanisierung Daten helfen, städtischen Verkehr effizienter zu lenken. Carsharing und Ridesharing seien Angebote, die die Automobilindustrie und Startups entwickelt haben. Konkret fordert man auch den Abbau rechtlicher Hürden für die Sharing Economy, z. B. im Personenbeförderungsrecht.

Ohne Auto geht es noch nicht: Startups und Industrie sehen das Auto weiter als unverzichtbaren Bestandteil der Mobilität. Gleichzeitig will man intensiv am Übergang zur Elektromobilität arbeiten, der vor allem durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur flankiert werden müsse. Instrumente öffentlicher Förderung sollen angepasst werden, damit Investitionen in Startup-Technologien attraktiv werden.

Das gemeinsame Positionspapier ordnet demnach die verschiedenen Mobilitätstrends und Entwicklungen ein und leitet politische Handlungserfordernisse aus Sicht der Mitglieder beider Verbände ab. So werden Verkehrsnutzer in ihrem Mobilitätsverhalten zunehmend pragmatischer gesehen. Die Politik solle daher auf voll informierte Mobilitätsnutzer vertrauen, die effiziente Entscheidungen treffen.

VDA-Präsident Matthias Wissmann lässt sich mit den Worten zitieren: „Mit dem Wandel der Mobilität ändern sich auch unsere Unternehmen so stark und so schnell wie noch nie, sie brechen traditionelle Organisationsstrukturen auf und nutzen interdisziplinäre Teams, Schwarmintelligenz oder Plattformen. Auch die verstärkte Zusammenarbeit mit Startups gehört dazu. Junge Technologieunternehmen können experimenteller und risikoreicher arbeiten und sind eine ideale Ergänzung zu interner Forschung und Entwicklung. Die Automobilindustrie will diese Chancen der Zusammenarbeit gemeinsam nutzen und dafür sorgen, dass deutsche Mobilitätstechnologie auch künftig die Maßstäbe setzt.“

„Diese Kooperation wird umso erfolgreicher, je stärker sich die Politik als unser Partner aufstellt und die gesetzlichen Rahmenbedingungen so anpasst, dass neue Mobilitätskonzepte auch umgesetzt und in Deutschland erlebt werden können“, kommentierte Dr. Tom Kirschbaum, Mitglied des Vorstands des BVDS und Geschäftsführer door2door. „Für die Mobilitätsstartups in Deutschland gilt: Wir stehen für eine Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Automobilindustrie bereit, um unsere innovativen Technologien weiter voranzutreiben und weltweit noch erfolgreicher anzubieten.“