05.05.2017

Entwicklung eines Batteriesystems für evTrailer

Alexander Dautfest, Fraunhofer Institut für Betriebsfestigkeit Darmstadt, wird auf dem Kongress Forum ElektroMobilität über das Forschungsprojekt „evTrailer“ – elektrifizierte LKW-Anhänger berichten. Das Vorhaben befasst sich mit der Ausstattung von Sattelzügen mit elektrischem Zusatzantrieb am Trailer.


Trailer mit Projektleitung, Steuerung, Regelung und Automatisierung für elektrische Antriebssysteme des Fraunhofer LBF

Welche Anforderungen stellen Hersteller und Speditionen an einen elektrischen Zusatzantrieb des Trailers? Kann eine derartige Ausstattung praxistauglich entwickelt werden? Zunächst geht Herr Dautfest auf die Dimensionierung des Antriebs ein. Hier werden Ziele und Anforderungen an den Antrieb vorgestellt. Mittels eines sensorischen Kingpin soll ein autarkes Hybrid-System entwickelt werden, das unabhängig von der Zugmaschine agiert. Und um der Praxis - den Nutzern - handfeste Ergebnisse zu liefern, werden durch die Simulation eines virtuellen Sattelzugs Lastdaten ermittelt und Spezifikationen für Zell-Benchmarks zum Erreichen der notwendigen Batterielebensdauer definiert.

Diese Entwicklung hebt vor allem auf die Identifikation geeigneter Energiespeicher ab und soll gleichzeitig einen günstigen Effekt hinsichtlich der Einsparungen an CO2-Emissionen ergeben; ist das machbar? Bereits jetzt konnte Dautfest im Labormaßstab eine NMC-Rundzelle als grundsätzlich geeignet identifizieren. Hier wurden wirtschaftliche und technische Voraussetzungen berücksichtigt, insbesondere auch Lebensdaueruntersuchungen im Labor. Und bei der Konzeptionierung des Batteriemoduls wurde ein innovativer Ansatz zur Kontaktierung der Zellen verfolgt. Das Konzept löst einen bisher bekannten Nachteil von Rundzellen-Modulen: die Integration eines flüssigkeitsbasierten Thermomanagements. Dieses wird durch ein in die tragende Struktur des Batteriegehäuses integriertes Element realisiert. Die Wärmeabfuhr jeder einzelnen Zelle erfolgt am negativen Pol, um Gebrauch von einer hohen thermischen Leitfähigkeit zu machen.

Gibt es schon konkrete Erwartungen an Emissionsminderungen durch die Zusatzausrüstung von Trailern mit einem elektrischen Antrieb? Dautfest erklärt hierzu, dass bis zu 30 % Einsparungen an CO2-Emissionen im Fernverkehr möglich sind und zeigt den Trade-off zwischen CO2-Reduktion und zusätzlichen Fixkosten auf. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Verwendung bestimmter Leichtbaukomponenten resp. Kunststoffe, die eine Leichtbauklassifikation (-güte) auf Systemebene von 6 kg/kWh erreichen können.

Alexander Dautfest, M.Sc., Fraunhofer Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Darmstadt wird auf dem KONGRESS am 01. + 02.Juni in Berlin über sein Forschungsprojekt „Entwicklung eines Batteriesystems für elektrifizierte LKW-Anhänger“ berichten.

Weitere Vorträge der Session „Fahrzeugkonzepte & elektrischer Antriebsstrang“ sind

  • aCar mobility - Elektrofahrzeug für Entwicklungsländer
    Martin Šoltés, Technische Universität München, Lehrstuhl für Fahr-zeugtechnik
  • Im Gespräch
    Franz - Joseph Wöstmann, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM mit
    Dr. András Bárdos, Breuckmann GmbH & Co, KG und
    Björn Böker, Kienle + Spiess GmbH

Beim KONGRESS des Forum ElektroMobilität e.V. am 01. + 02. Mai 2017 in Berlin werden über 200 Experten aus Industrie, Politik und der Forschungs-landschaft den aktuellen Status Quo der Elektromobilität auf Bundesebene durchleuchten und einen realistischen Ausblick geben. Das gesamte Programm steht online. Eine zeitnahe Anmeldung wird empfohlen.

Hintergrundinformationen Forum ElektroMobilität e.V.
Mit einem ganzheitlichen Systemverständnis bündelt der Forum ElektroMobilität e.V. die relevanten Experten aus Industrie, Mittelstand, Forschung und Politik im Themenfeld Elektromobilität. Im branchenübergreifenden Dialog führt der Verein Akteure auf operativer Ebene zusammen und legt dabei ein besonderes Augenmerk auf den Mittelstand. Zu den Leistungen des mitgliederfinanzierten Vereins gehören Vernetzung & Kontaktanbahnung, Informations- & Wissensmanagement, Marketing & Kommunikation sowie Projektinitiierung & Fördermittelmanagement. Aus dem leistungsfähigen Netzwerk entstehen neue Partnerschaften und Innovationen, die in neuen Geschäftsmodellen münden sollen.

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