16. Dezember 2010 | Nach dem Fahrradverleih hält nun die subventionierte Autovermietung in der Metropole Einzug. Der Industrielle Vincent Bolloré erhält den Zuschlag für das ökologische Auto-Teilen.
Nach "Vélib'" kommt "Autolib'". Dreieinhalb Jahre lang schon kombinieren die Pariser das Fahrradfahren ("Vélo") mit ihrer Sehnsucht nach Freiheit ("liberté"). Sie nutzen ein Netzwerk von Fahrradstationen, die im Abstand von rund 300 Metern voneinander jedermann das Ausleihen eines Drahtesels ermöglichen. Die erste halbe Stunde ist kostenlos.
Nun soll das System "Vélib'" auf Elektroautos übertragen werden. Bis zum Ende kommenden Jahres will der französische Unternehmer Vincent Bolloré mit Unterstützung der Stadt und umliegender Gemeinden ein Netzwerk von rund 1000 Autostationen aufbauen, an denen insgesamt 3000 Elektroautos ausgeliehen werden können. Bolloré, der sich ansonsten unter anderem im Geschäft mit Medien, Werbung und dem Meerestransport engagiert, erhielt am Donnerstag den Zuschlag der Stadt Paris. Der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoë setzt darauf, dass die meisten der rund 2,2 Millionen Stadtbewohner ein Auto nur gelegentlich brauchen. 58 Prozent sind nicht motorisiert. Im weiteren Großraum, wo das öffentliche Transportnetz weniger dicht ist, sind die knapp zehn Millionen Einwohner zwar öfter auf den eigenen Wagen angewiesen; dennoch wollen 37 Kommunen an dem Projekt teilnehmen.
Quelle: faz.net