Industrie fordert mehr Hilfe von der Politik für Elektromobilität

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05. Juli 2012 | Opel-Entwicklungschefin rät zu Subventionen - EU-Kommissar Tajani will Autoindustrie "nicht opfern"

Die Autoindustrie hat die europäische Politik zu besserer Unterstützung bei der Durchsetzung von Elektroautos aufgefordert. Zwischen den einzelnen Konzernen gingen die Ansichten über die Art der Hilfen am Donnerstag bei einer ADAC-Veranstaltung in Berlin allerdings auseinander. Opel-Entwicklungschefin Rita Forst verlangte wegen der derzeit hohen Preise Erleichterungen beim Autokauf.

"Wir verkaufen wesentlich mehr Amperas in Ländern, in denen es Subventionen gibt", sagte sie und nannte die Niederlande, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Der Opel Ampera ist ein Elektroauto mit Reichweitenverlängerer, das nach Ende der Batterielaufzeit mit einem benzingetriebenen Generator weiterfährt.

Karl Schlicht von Toyota gab zu bedenken, dass zu hohe Subventionen die Kunden am Ende zu sehr verwöhnten. Die Vergünstigungen müssten "fair, neutral und nicht zu hoch" sein. Schlicht riet zu erhöhter Aufmerksamkeit, was den chinesischen Markt betrifft. Er rechne damit, dass die dortige Regierung auf die ersten Proteste gegen übermäßige Luftverschmutzung mit scharfen Umweltauflagen für Autos reagieren werde.

Carlos Tavares von Nissan-Renault kritisierte Europa für mangelndes Engagement bei der Einführung von Elektromobilität: "Ich sehe keine Anzeichen, dass die EU zum Leitmarkt werden will." Es komme nicht nur auf das Geld an, sagte er. Abgesehen von den großen Städten fehle oft das Know-how zur Einrichtung der Infrastruktur für solche Fahrzeuge.

VW-Vorstandsmitglied Ulrich Hackenberg kündigte die Serienfertigung von Elektroautos auf der Basis des Up und des Golf für das kommende Jahr an. Er lehnte es im Gegensatz zu Forst ab, "das Auto um den neuen Antrieb herum zu bauen". Da könnte möglicherweise sofort ein perfektes E-Auto herauskommen, "aber ein unbezahlbares Auto nutzt niemandem", sagte er.

EU-Industriekommissar Antonio Tajani sagte der europäischen Autoindustrie besonderen Schutz bei Verhandlungen über Freihandelszonen zu. "Ich will die Autoindustrie nicht für andere Bereiche opfern", sagte er. "Wir müssen den Export steigern, aber wir dürfen die Autoindustrie nicht bestrafen." Vor dem Abschluss von Verhandlungen mit anderen Ländern werde die europäische Industrie einem Wettbewerbstest unterworfen, ob sie die ausgehandelten Bedingungen auch erfüllen könne.


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Quelle: Welt online

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