Werden E-Fahrzeuge in absehbarer Zeit günstiger sein als Verbrenner? (Nachberichterstattung zum KONGRESS 2017)

Das Innovationsnetzwerk Forum Elektromobilität e.V. veranstaltet seinen Jahres-KONGRESS zum Technologietransfer in Berlin. Mehr als 150 Experten, Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung diskutieren über aktuelle Entwicklungen, neuste Forschungsergebnisse und Best-Practice-Beispiele in der Elektromobilität.

„Die Elektromobilität wird kommen und E-Fahrzeuge werden in absehbarer Zeit günstiger sein als Verbrenner.“ – resümierte Prof. Dr.- Ing. Mattias Busse, Leiter des Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM und Vorstand des Forum ElektroMobilität e.V. in seinen Schlussworten zum KONGRESS am 01.+02.06.2017 in Berlin. Nicht nur die etwa 40 Referenten, sondern auch die rund 150 Experten im Auditorium bestätigten die deutlich spürbar beschleunigte Dynamik in der Elektromobilität. So berichtete u.a. Prof. Dr.-Ing. Dietmar Göhlich, Sprecher des BMBF Forschungscampus Mobility2Grid auf dem Berliner EUREF-Areal über deren Aktivitäten und die dort entstehende erste bidirektionale 150 kW leistende Busladestelle der Welt. Auch das Thema `autonomes Fahren´ nimmt auf dem Campus einen besonderen Stellenwert ein und ist ein wichtiger Treiber in der Elektromobilität. Aber auch Aktivitäten, Projekte und Maßnahmen über Deutschlands Straßen hinaus wurden auf dem KONGRESS betrachtet. So gab Mickael Bazin, Referent beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) sowie beim Französischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, einen Überblick über die Entwicklung in Frankreich. Denn hier scheint die Vorliebe für Verbrenner längst abgekühlt, plant Frankreich doch sogar deren gänzliches Verbot bis 2040 und erleichtert den Sprung aufs elektromobile Gefährt mit finanziell reizvollen Prämien. So kostet für Diesel-Umsteiger der Renault Zoe nur noch schlanke 12.400 Euro.


01.-02. Juni 2017, SpreePalais am Dom, Berlin


Elementaren Einfluss auf den Siegeszug der Elektromobilität haben aber auch Themen wie Netzintegration und Ladeinfrastruktur. Einen Status Quo und Ausblick zum globalen Ladestandard via CCS – Combined Charging Sysmtem, gab Claas Bracklo, Vorstandsvorsitzender des CharIN e.V. und Leiter der BMW-Aktivitäten in der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). CCS ist derzeit das weltweit einzige, international standardisierte Ladesystem, das in einem integrierten System klassisches Wechselstromladen (AC) ebenso unterstützt wie unterschiedliche Schnellladeszenarien. Fokus liegt auf der Interoperabilität von Ladesäulen und Fahrzeugen unterschiedlicher internationaler Hersteller.

Dass es aber mehr als nur der `Hardware´ bedarf, diskutierten u.a. Alexander Schmidt, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, in seinem Vortrag „Wo werden Ladestationen gebraucht“ und Johannes Pallasch, Programmleiter Ladeinfrastruktur bei der NOW GmbH, in seinem Beitrag über „Förderrichtlinien Ladeinfrastruktur.
Ein besonderer Höhepunkt des KONGRESS war die Podiumsdiskussion zum Abschluss des ersten KONGRESS-Tages mit Fokus auf das massive Vorantreiben der Elektromobilität. Zu den Diskutanten gehörten Prof. Matthias Busse (Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM), Michael Keller (Volkswagen AG), Prof. Dr. Andreas Knie (Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) GmbH), Amadeus Regerbis (EnBW Energie Baden-Württemberg AG) und Birgit Hofmann (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie).

Bewusst ganzheitlich wurde das Thema Elektromobilität sowohl in der Vortragsreihe als auch in der begleitenden Ausstellung dargestellt. „Für uns als Verein ist es wichtig, themen- und branchenübergreifend zu denken um komplex ineinandergreifende Thematiken umfassend zu beleuchten. So können Teilnehmer des KONGRESS sich sowohl zu Batteriesystemen und Smart Homes informieren, genauso aber zum automatisierten und vernetzten Fahren in den direkten Dialog gehen.“, meint Michael Kluger, Leiter der Geschäftsstelle Forum ElektroMobilität e.V. und Koordinator des KONGRESS.


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